Darum glaube ich an EUROfusion

von Tony Donné, EUROfusion Programme Manager

Bevor die EU das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 ins Leben rief, beschränkte sich die Koordination der europäischen Fusionsforschung auf wenige Bereiche und die einzige gemeinschaftlich genutzte Anlage war der Joint European Torus (JET). Jedes Land verfolgte eigene Pläne und Prioritäten, und nationale Forschungseinrichtungen wurden hauptsächlich selbst genutzt. Obwohl alle Länder ein gemeinsames Ziel vor Augen hatten – nämlich Energiegewinnung durch Kernfusion –, verfolgten sie dabei unterschiedliche Strategien und konzentrierten sich oft nur auf einzelne Bereiche.

Zwei bedeutende Maßnahmen bei der Einführung von Horizon 2020 haben zu einer erheblichen Vereinheitlichung des Programms geführt und die europäische Fusionsforschung zu einem klar umrissenen und zielgerichteten Vorhaben gemacht.

Zum einen wurde das EUROfusion-Konsortium aus 29 nationalen Instituten in 27 Ländern und einer zentralen Verwaltungsinstanz gegründet. 2017 kam die Ukraine als 30. Mitglied hinzu.

Außerdem entstand die „European Research Roadmap to the Realisation of Fusion Energy“, eine Europäische Forschungsagenda zur Verwirklichung von Energiegewinnung durch Kernfusion. Sie sieht vor, bis Mitte dieses Jahrhunderts Fusionsstrom erzeugen zu können.

Dank EUROfusion ist die europäische Fusionsforschung also sehr viel strukturierter und zielgerichteter geworden. Die losen Kooperationen zwischen Forschungsprogrammen einzelner Länder, die es im vorherigen europäischen Rahmenprogramm gegeben hat, wandelten sich zu einem der einheitlichsten standortübergreifenden Forschungsprogramme in Europa.

EUROfusion richtet sich bei der Definition von Forschungsschwerpunkten und der Bezuschussung von Forschungsprogrammen strikt nach den Vorgaben der Roadmap. Das Kofinanzierungs-Modell setzt sich je ungefähr zur Hälfte aus Beiträgen der Konsortiumsmitglieder und Direktfinanzierungen durch Euratom zusammen. Dieses Modell hat bereits sehr erfolgreich dazu beigetragen, die Forschungsprogramme einzelner Länder an die Europäische Agenda anzupassen.

Das detaillierte Arbeitsprogramm wurde von den besten Wissenschaftlern der europäischen Forschungseinrichtungen gemeinsam erarbeitet und sorgt für die bestmögliche Nutzung der einzelnen Anlagen. EUROfusion organisiert Versuchskampagnen in den nationalen Einrichtungen des Konsortiums und unterstützt Forscher darüber hinaus auch bei der Nutzung von internationalen Einrichtungen. EUROfusion gestaltet die Forschung ganz im Sinne des europäischen Gedankens, indem es die jeweiligen Stärken der nationalen Programme miteinander vereint. Das hat Europa leistungsstärker und letztendlich zum globalen Spitzenreiter auf dem Gebiet der Fusionsforschung gemacht.