Plasma ist eine extrem heiße Substanz. Beschädigt sie nicht den Reaktor?

- Und wenn ja, was kann passieren, wenn der magnetische Einschluss oder eines der Steuerungs- oder Sicherheitssysteme ausfällt?

Die Antwort auf diese Frage beschreibt gleichzeitig einen der wichtigsten Vorteile der Fusion als potenzielle Energiequelle gegenüber der Kernspaltung: Obwohl das Plasma in einem Tokamak extrem heiß ist, steht es unter lediglich niedrigem Druck. Deshalb ist seine gesamte Wärmeenergie nicht groß – für den Prozess wird nur etwa ein Gramm Brennstoff benötigt.

Magnetfelder halten das Plasma fern von dem Behälter, in dem es sich befindet. Das magnetisch eingeschlossene Fusionsplasma darf nur unter strengen Sicherheitsbedingungen in der Anlage produziert werden. Wenn eines der Systeme ausfällt (z.B. das begrenzende toroidale Magnetfeld) oder wenn versehentlich zu viel Treibstoff in das Plasma eingebracht wird, bricht das Plasma auf natürliche Art und Weise zusammen (wir bezeichnen dies als „Disruption“). Es verliert sehr schnell seine Energie und erlischt, bevor es die Struktur nachhaltig beschädigen kann. Eine Kernschmelze kann in einem Fusionsreaktor nicht stattfinden.